Held versus Superheld,
Während der erste sich laut Definition durch einen edelmütigen Charakter gepaart mit körperlichem Geschick auszeichnet und sowohl fiktiv als auch real existieren kann, zeichnet sich der andere durch übermenschliche körperliche Fähigkeiten und/oder High-Tech-Waffen aus und kann nur fiktiv existieren.
Der klassische Held ist in heutiger Zeit eher aus der Mode gekommen. Meist findet man ihn nur noch mit Ironie gepaart in unserem alltäglichen Sprachgebrauch ("Du bist mir vielleicht ein Held"). Aber der Held ist auch durch inflationären Gebrauch des Wortes in Verruf geraten. Ich deklariere mindestens einmal wöchentlich jemand zu meinem persönlichen Helden, ohne das dieser jemand meinen Ansprüchen an einen echten Helden jemals genügen könnte, wenn ich genauer darüber nachdenken würde.
Aber obwohl diverse Definitionen behaupten der Held könne auch real existieren, frage ich mich, ob es wirklich Menschen mit solch edelmütigem Charakter geben kann, an Menschen mit herausragendem körperlichem Geschick kann ich ja durchaus noch glauben. Je mehr Heldenbeispiele ich lese, desto skeptischer werde ich, verschleiern manche Menschen nicht vielmehr mit einer großmütigen Geste irgendeine Schandtat in ihrem Leben? Eine andere Definition die ich gelesen habe sagt, dass Helden Menschen sind die für andere oder für eine Idee große Taten vollbringen und dafür ihr Leben wagen. Ich glaube, das ist die Heldendefinition der meisten Menschen, mir reicht das aber irgendwie nicht, beziehungsweise ist das für mich der klassische Superheld, der sein Leben darauf ausgerichtet hat, die Menschen (im Kleinen) oder die Menschheit (im Großen) zu retten und dabei jedes Mal sein Leben, seine Liebe oder seine Kräfte auf's Spiel setzt, dabei darf er auch Fehler machen oder er darf, wenn er gerade niemanden rettet durchaus persönliche (Charakter)Schwächen haben.
Der wahre Held dagegen ist für mich fehlerlos und auf ewig der guten Sache versprochen. Er glänzt mit Weisheit und zeichnet sich dadurch aus das er Gerechtigkeit kompromisslos durchsetzt.
Helden wären für mich Zorro, aber der ist nur ein Romanheld und Jeanne d'Arc, aber ihr Heldenleben ist wahrscheinlich mehr Mythos als Wahrheit. Womit ich zu dem Schluss komme echte Helden gibt es nicht, Superhelden hingegen, die angeblich nur fiktiv existieren gibt es in meiner Welt und jeder der das Leben eines Anderen unter Einsatz des eigenen Lebens rettet wird für mich zum Superhelden.
alles was da draußen zu sein scheint und trotzdem bisher nie besprochen wurde
Montag, 15. August 2011
Donnerstag, 26. Mai 2011
Von Humor und anderen Herzensangelegenheiten
Sie: "Ach Mensch, kannst du mich nicht einmal ernst nehmen?"
Er: "Tut mir Leid, aber dafür liebe ich dich viel zu sehr!"
Die ein oder andere Frau wird jetzt entsetzt sein. Aber ich habe mich bei diesem Dialog gefragt, was können wir von diesem Pärchen lernen? Was hat dieses Paar, was andere nicht haben?
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Beziehung von 3 wesentlichen Merkmalen gekennzeichnet ist:
Aber wie muss ein Partner mit Humor sein? Wollen wir jemanden, der uns einen Schenkelklopfer nach dem nächsten erzählt oder oder wollen wir jemanden, der sich den ganzen Tag zum Clown macht oder wollen wir eher jemanden, der alles und auch wirklich alles waaaaaahnsinnig witzig findet, was wir tun oder sagen oder wollen wir vielleicht sogar all das auf einmal? Wohl eher nicht!
Für viele bedeutet der Wunsch "ein Partner mit Humor": Ich will jemanden, der mich aus meiner Jammerei herauszieht, ich will jemanden, der mir meinen grauen Alltag versüßt, ich will jemanden, der tolle Ideen hat, wie man ganz viel Spaß haben kann.
Immer wenn ich mir das bewusst mache, wundere ich mich nicht über ständig scheiternde Beziehungen und über immens hohe Scheidungsraten, denn so funktioniert das Leben und besonders der Alltag einfach nicht. Unser Lebens(abschnitts)partner kann nicht permanent unser Animateur oder unser ganz persönlicher Dauerbespaßer, sein.
Wenn wir unser Leben, wie es ist blöd finden, dann finden wir es auch nach kurzer Zeit mit neuem Partner blöd und noch blöder finden wir, dass unser Leben nicht zu einem wundertollen Leben machen kann und er findet blöd, dass wir alles blöd finden und sollte er mal Humor gehabt haben, hat er in unserer Nähe bald nichts mehr zu lachen.
Humor sollten wir in erster Linie selbst haben. Nur wenn wir Spaß an unserem Leben haben und uns und die negativen Dinge, die uns passieren nicht so ernst nehmen, können wir herzlich lachen und fröhlich sein und den Charme und Humor anderer erkennen und ein glückliches Leben führen.
Er: "Tut mir Leid, aber dafür liebe ich dich viel zu sehr!"
Die ein oder andere Frau wird jetzt entsetzt sein. Aber ich habe mich bei diesem Dialog gefragt, was können wir von diesem Pärchen lernen? Was hat dieses Paar, was andere nicht haben?
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Beziehung von 3 wesentlichen Merkmalen gekennzeichnet ist:
- tiefe Liebe, denn es ist ein öffentliches offenes Liebesgeständnis, das so auch nur von beiden Partnern ge- und ertragen werden kann, wenn wirkliche Gefühle auf beiden Seiten vorhanden ist.
- echte Ehrlichkeit, die scheinbar knallhart und trotzdem liebevoll formuliert wird. Sie ist wahrscheinlich auch nur aus Punkt 1 heraus möglich, denn im Normalfall müsste "Mann" sich eine Ausrede einfallen lassen oder er würde für diesen Satz einen Streit ernten.
- viel Humor, denn sie scheinen sich beide selbst nicht so ernst zu nehmen und ihren Partner auch nicht mit übergebührlichem Ernst zu begegnen. Daraus können wir wohl schlussfolgern: Die beiden haben viel zu lachen.
Aber wie muss ein Partner mit Humor sein? Wollen wir jemanden, der uns einen Schenkelklopfer nach dem nächsten erzählt oder oder wollen wir jemanden, der sich den ganzen Tag zum Clown macht oder wollen wir eher jemanden, der alles und auch wirklich alles waaaaaahnsinnig witzig findet, was wir tun oder sagen oder wollen wir vielleicht sogar all das auf einmal? Wohl eher nicht!
Für viele bedeutet der Wunsch "ein Partner mit Humor": Ich will jemanden, der mich aus meiner Jammerei herauszieht, ich will jemanden, der mir meinen grauen Alltag versüßt, ich will jemanden, der tolle Ideen hat, wie man ganz viel Spaß haben kann.
Immer wenn ich mir das bewusst mache, wundere ich mich nicht über ständig scheiternde Beziehungen und über immens hohe Scheidungsraten, denn so funktioniert das Leben und besonders der Alltag einfach nicht. Unser Lebens(abschnitts)partner kann nicht permanent unser Animateur oder unser ganz persönlicher Dauerbespaßer, sein.
Wenn wir unser Leben, wie es ist blöd finden, dann finden wir es auch nach kurzer Zeit mit neuem Partner blöd und noch blöder finden wir, dass unser Leben nicht zu einem wundertollen Leben machen kann und er findet blöd, dass wir alles blöd finden und sollte er mal Humor gehabt haben, hat er in unserer Nähe bald nichts mehr zu lachen.
Humor sollten wir in erster Linie selbst haben. Nur wenn wir Spaß an unserem Leben haben und uns und die negativen Dinge, die uns passieren nicht so ernst nehmen, können wir herzlich lachen und fröhlich sein und den Charme und Humor anderer erkennen und ein glückliches Leben führen.
Labels:
Genderconflicts,
Kulturkram,
Zwischenmenschliches
Mittwoch, 23. März 2011
Von Schwächen und anderen Stärken
Es gab in den letzten Wochen so viele Dinge über die man schreiben hätte können. Aber man konnte darüber genauso gut schweigen. Denn einerseits sind es die belanglosen Dinge, die zu viele Menschen bewegen und andererseits sind es die Dinge, die die Menschen bewegen, für die es keine angemessenen Worte gibt.
Kritisch zu hinterfragen und abzuwegen, ob eine weltpolitische Katastrophe für mich wichtiger ist als Lokalpolitik, fällt mir schwer. Ich bin momentan dabei mich von meiner kleinen Welt bewegen zu lassen. Ich bin von meinen eigenen Charakterschwächen mehr bewegt als von Kampfbombern über Afrika. Das ärgert mich. Aber ich bin gefangen in mächtigen Ketten aus Angst (besser gesagt Feigheit) und Faulheit, wobei die Angst vor der Sache selbst noch durch Angst vor dem Einsatz die Sache vermeiden zu können überwogen wird.
Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu faul für all das.
Denn ich bin auch zu faul morgens aufzustehen, zu essen, zu schreiben und zu leben.
Vielleicht ist Faulheit auch der Grund, warum ich es vermieden habe über die oben angesprochenen Geschehnisse zu schreiben, denn eigentlich war ich mir nie für eine kritische Auseinandersetzung zu schade und vertrat auch mal die Meinung: "Lieber die falschen Worte gefunden, als es schweigend hingenommen zu haben!"
Aber wer erfüllt schon seinen eigenen Idealismus.
Die evangelische Kirche Deutschland ruft während der aktuellen christlichen Fastenzeit zu 7 Wochen ohne Ausreden auf und hat dafür einen sehr niedlichen Werbespot produziert. Doch als ich über den Spot nachdachte, in dem sich ein kleiner Junge bei seiner Mutter herausreden will, ist mir aufgefallen, dass ich für andere Leute wenig Ausreden brauche, ich vermeide mit ihnen einfach das Gespräch über persönlich schwierige Themen. Ausreden brache ich in erster Linie für mich selbst. Warum ist es so leicht mir selbst etwas vorzugaukeln?
Ich weiß es nicht, aber mich erinnert die Fragestellung an einen Post-Entwurf, den ich vor ein paar Wochen verfasst habe, dessen Fazit mir aber irgendwie fehlte. Nun füge ich ihn ein, vielleicht gibt es angesichts meiner neuen Erkenntnisse jetzt doch ein Fazit.
Westeuropäer haben Probleme mit ihrem Gewicht, Ostasiaten haben Probleme mit ihrem Karma. Westeuropäer haben für ihr Problem die Weightwatchers. Haben Ostasiaten Karmawatchers? Wahrscheinlich nicht. Aber wahrscheinlich ist die Sache mit dem Karma auch gar nicht so schwierig wie sie für Außenstehende scheint und sie haben gar kein wirkliches Problem. Wobei ich meine, dass wir hier in unserem Kulturkreis wohl besser Charakterwatchers erfunden hätten, dies hätte wahrscheinlich das Gewichtsproblem automatisch mit gelöst, weil wir über irgendein Punktesystem an unseren größten Charakterschwächen gearbeitet hätten und damit vielleicht nie in Frustfressattacken verfallen wären. Vielleicht wäre das ja meine berufliche Nische, wenn ich es schaffen würde gute und schlechte Taten in ein Punktesystem umzurechnen und den idealen Punktebedarf ermitteln könnte. Immerhin kann man mit der Umrechnung von Kalorien in Punkte ja Millionen von Euro/Dollar verdienen, warum also nicht auch mit der Umrechnung von charakterlichen Entgleisungen in Punkte?
Wahrscheinlich, weil wir unsere Laster brauchen, weil sie uns menschlich machen, weil wir einander nur lieben können, wenn wir sehen, dass der andere auch Schwächen hat.
Hätten wir keine Charakterschwächen mehr, bräuchten wir auch keine Mitmenschen mehr, wir bräuchten keinen Trost, wir bräuchten keine Zuneigung, die uns zeigt, dass wir trotzdem liebenswert wären. Wir wären plötzlich arm. Arm an Persönlichkeit. Persönlichkeit ohne Schwächen und Stärken, denn auch unserer größten Charakterstärken erwachsen aus unseren Schwächen, zum Beispiel wenn wir aufrichtig einen Fehler eingestehen und uns für ein Fehlverhalten entschuldigen, erleben wir und unsere Mitmenschen das als Stärke, aber diese Stärke hätten wir nicht mehr, wenn wir nicht mehr schwach wären, wenn es nichts mehr gebe, das zu Reue und Wiedergutmachung erfordert.
Kritisch zu hinterfragen und abzuwegen, ob eine weltpolitische Katastrophe für mich wichtiger ist als Lokalpolitik, fällt mir schwer. Ich bin momentan dabei mich von meiner kleinen Welt bewegen zu lassen. Ich bin von meinen eigenen Charakterschwächen mehr bewegt als von Kampfbombern über Afrika. Das ärgert mich. Aber ich bin gefangen in mächtigen Ketten aus Angst (besser gesagt Feigheit) und Faulheit, wobei die Angst vor der Sache selbst noch durch Angst vor dem Einsatz die Sache vermeiden zu können überwogen wird.
Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu faul für all das.
Denn ich bin auch zu faul morgens aufzustehen, zu essen, zu schreiben und zu leben.
Vielleicht ist Faulheit auch der Grund, warum ich es vermieden habe über die oben angesprochenen Geschehnisse zu schreiben, denn eigentlich war ich mir nie für eine kritische Auseinandersetzung zu schade und vertrat auch mal die Meinung: "Lieber die falschen Worte gefunden, als es schweigend hingenommen zu haben!"
Aber wer erfüllt schon seinen eigenen Idealismus.
Die evangelische Kirche Deutschland ruft während der aktuellen christlichen Fastenzeit zu 7 Wochen ohne Ausreden auf und hat dafür einen sehr niedlichen Werbespot produziert. Doch als ich über den Spot nachdachte, in dem sich ein kleiner Junge bei seiner Mutter herausreden will, ist mir aufgefallen, dass ich für andere Leute wenig Ausreden brauche, ich vermeide mit ihnen einfach das Gespräch über persönlich schwierige Themen. Ausreden brache ich in erster Linie für mich selbst. Warum ist es so leicht mir selbst etwas vorzugaukeln?
Ich weiß es nicht, aber mich erinnert die Fragestellung an einen Post-Entwurf, den ich vor ein paar Wochen verfasst habe, dessen Fazit mir aber irgendwie fehlte. Nun füge ich ihn ein, vielleicht gibt es angesichts meiner neuen Erkenntnisse jetzt doch ein Fazit.
Westeuropäer haben Probleme mit ihrem Gewicht, Ostasiaten haben Probleme mit ihrem Karma. Westeuropäer haben für ihr Problem die Weightwatchers. Haben Ostasiaten Karmawatchers? Wahrscheinlich nicht. Aber wahrscheinlich ist die Sache mit dem Karma auch gar nicht so schwierig wie sie für Außenstehende scheint und sie haben gar kein wirkliches Problem. Wobei ich meine, dass wir hier in unserem Kulturkreis wohl besser Charakterwatchers erfunden hätten, dies hätte wahrscheinlich das Gewichtsproblem automatisch mit gelöst, weil wir über irgendein Punktesystem an unseren größten Charakterschwächen gearbeitet hätten und damit vielleicht nie in Frustfressattacken verfallen wären. Vielleicht wäre das ja meine berufliche Nische, wenn ich es schaffen würde gute und schlechte Taten in ein Punktesystem umzurechnen und den idealen Punktebedarf ermitteln könnte. Immerhin kann man mit der Umrechnung von Kalorien in Punkte ja Millionen von Euro/Dollar verdienen, warum also nicht auch mit der Umrechnung von charakterlichen Entgleisungen in Punkte?
Wahrscheinlich, weil wir unsere Laster brauchen, weil sie uns menschlich machen, weil wir einander nur lieben können, wenn wir sehen, dass der andere auch Schwächen hat.
Hätten wir keine Charakterschwächen mehr, bräuchten wir auch keine Mitmenschen mehr, wir bräuchten keinen Trost, wir bräuchten keine Zuneigung, die uns zeigt, dass wir trotzdem liebenswert wären. Wir wären plötzlich arm. Arm an Persönlichkeit. Persönlichkeit ohne Schwächen und Stärken, denn auch unserer größten Charakterstärken erwachsen aus unseren Schwächen, zum Beispiel wenn wir aufrichtig einen Fehler eingestehen und uns für ein Fehlverhalten entschuldigen, erleben wir und unsere Mitmenschen das als Stärke, aber diese Stärke hätten wir nicht mehr, wenn wir nicht mehr schwach wären, wenn es nichts mehr gebe, das zu Reue und Wiedergutmachung erfordert.
Labels:
Psychokram,
Religionskram,
Zwischenmenschliches
Donnerstag, 2. Dezember 2010
Von Brüchen und anderen (Lebens)Wegen
Was treibt uns Menschen an?
Sind es so unlautere Motive wie Machtstreben, Geltungssucht, Eitelkeit, Habgier, Ehrgeiz oder Neid?
Oder ist es einfach nur bloße Angst, die Angst nicht mehr mithalten zu können ins Hintertreffen zu geraten, einfach hinter den Anderen zurückzubleiben?
Während die ersten Motive sich darum drehen, besser zu sein als unsere Mitmenschen, drehen sich die letzteren darum wenigstens genauso gut zu sein wie unsere Peergroup.
Was haben wir von dem einen und was haben wir von dem anderen?
Und was folgt aus diesem Antrieb?
Die Menschen sehen in jeder Ungeradlinigkeit ihres Weges einen Fehler. Sie sehen nicht, welchen Nutzen es hatte diesen Weg bis dorthin zu gehen und dann umzudrehen und an der letzten oder gar vorletzten Kreuzung neu abzubiegen. Brüche in Lebensläufen werden als Schwächen gesehen, eine abgebrochene Ausbildung, ein abgebrochenes Studium, ein gewechselter Studiengang oder eine zweite nicht aufbauende, sondern völlig fachfremde, Ausbildung werden als verschwendete Zeit gesehen. Es wird nicht gesehen, dass jeder einzelne Schritt, den ein Mensch geht, ihn zu dem Menschen macht, der er ist.
Menschen, die uns beeindrucken sind selten die, die geradlinig ihren Weg erreichten immer wussten wo sie hinwollten und dieses Ziel mit möglichst geringem Aufwand und in möglichst kurzer Zeit zu erreichen versuchten.
Menschen die uns beeindrucken sind häufig Menschen, die wir als persönlich "erfolgreich" und "glücklich" erkennen, ohne dass es sich vielleicht um eine Position des maximalen Erfolges oder Gehaltes handelt, die aber mit persönlicher Erfüllung verbunden ist, die häufig über Umwege führte, bei der sich aber doch letztendlich die meisten vermeintlichen Schwächen als wichtige Puzzleteile einfügen.
Ich bewundere Menschen, die den Mut haben umzukehren, die, ich versuche es metaphorisch deutlich auszudrücken, sagen können: Ich bin erst einmal losgelaufen und gelaufen, bin dabei irgendwo falsch abgebogen, habe dabei aber einen Baum mit köstlichen Früchten gefunden, habe mir damit den Bauch vollgeschlagen und bin dann erst umgekehrt, habe einen anderen Weg eingeschlagen, der für mich wohl der richtige war und als ich das merkte, wollte ich eine Abkürzung nehmen, wäre dabei aber beinahe verdurstet, weil ich nicht gemerkt habe, dass an diesem Weg kein Brunnen liegt, so musste ich eine Schleife gehen, die letztendlich länger dauerte als der eigentliche Weg, aber unterwegs konnte ich noch einem Eselfohlen helfen, dass in einen Graben gefallen war und aus Dankbarkeit hat es meinen Weg eine Weile begleitet und mir sehr nette Gesellschaft geleistet und wir hatten viel Spaß und ich lernte interessante Sichtweisen auf die Welt kennen und heute bin ich nicht an dem Punkt angekommen, den ich zu Beginn meiner Reise erreichen wollte, aber ich bin an dem Ort angekommen, der mir einen Platz geboten hat, an dem eine Lücke war, in die ich mich gut einfügen konnte.
Ja, diese Menschen oder Menschen, die ähnlich verworrene Geschichten erzählen, bewundere ich.
Ich bin noch zu jung um zu wissen, ob mein Weg geradlinig wird, ob ich immer weiß, welche Abzweigung die richtige ist, aber ich würde mir wünschen, den einen oder anderen Umweg im Leben gehen zu dürfen, weil er das Leben bereichert, Erfahrungen bringt und Begegnungen schenkt. Vielleicht bewege ich mich auch gerade auf so einem Umweg und habe es nur noch nicht gemerkt, dann bin sehr dankbar dafür, denn ich habe jetzt schon viel gelernt und könnte daraus viele Erfahrungen ziehen und ich könnte all den Menschen, die mich fragen, warum ich denn so viel Zeit verschwendet habe, so viele Antworten geben, die die Skeptiker nicht befriedigen würden, die mir aber zeigen, dass es im Leben keine Fehler gibt, sondern das jeder (Ab)Bruch im Leben auch der Weg zum persönlichen Glück sein kann.
Sind es so unlautere Motive wie Machtstreben, Geltungssucht, Eitelkeit, Habgier, Ehrgeiz oder Neid?
Oder ist es einfach nur bloße Angst, die Angst nicht mehr mithalten zu können ins Hintertreffen zu geraten, einfach hinter den Anderen zurückzubleiben?
Während die ersten Motive sich darum drehen, besser zu sein als unsere Mitmenschen, drehen sich die letzteren darum wenigstens genauso gut zu sein wie unsere Peergroup.
Was haben wir von dem einen und was haben wir von dem anderen?
Und was folgt aus diesem Antrieb?
Die Menschen sehen in jeder Ungeradlinigkeit ihres Weges einen Fehler. Sie sehen nicht, welchen Nutzen es hatte diesen Weg bis dorthin zu gehen und dann umzudrehen und an der letzten oder gar vorletzten Kreuzung neu abzubiegen. Brüche in Lebensläufen werden als Schwächen gesehen, eine abgebrochene Ausbildung, ein abgebrochenes Studium, ein gewechselter Studiengang oder eine zweite nicht aufbauende, sondern völlig fachfremde, Ausbildung werden als verschwendete Zeit gesehen. Es wird nicht gesehen, dass jeder einzelne Schritt, den ein Mensch geht, ihn zu dem Menschen macht, der er ist.
Menschen, die uns beeindrucken sind selten die, die geradlinig ihren Weg erreichten immer wussten wo sie hinwollten und dieses Ziel mit möglichst geringem Aufwand und in möglichst kurzer Zeit zu erreichen versuchten.
Menschen die uns beeindrucken sind häufig Menschen, die wir als persönlich "erfolgreich" und "glücklich" erkennen, ohne dass es sich vielleicht um eine Position des maximalen Erfolges oder Gehaltes handelt, die aber mit persönlicher Erfüllung verbunden ist, die häufig über Umwege führte, bei der sich aber doch letztendlich die meisten vermeintlichen Schwächen als wichtige Puzzleteile einfügen.
Ich bewundere Menschen, die den Mut haben umzukehren, die, ich versuche es metaphorisch deutlich auszudrücken, sagen können: Ich bin erst einmal losgelaufen und gelaufen, bin dabei irgendwo falsch abgebogen, habe dabei aber einen Baum mit köstlichen Früchten gefunden, habe mir damit den Bauch vollgeschlagen und bin dann erst umgekehrt, habe einen anderen Weg eingeschlagen, der für mich wohl der richtige war und als ich das merkte, wollte ich eine Abkürzung nehmen, wäre dabei aber beinahe verdurstet, weil ich nicht gemerkt habe, dass an diesem Weg kein Brunnen liegt, so musste ich eine Schleife gehen, die letztendlich länger dauerte als der eigentliche Weg, aber unterwegs konnte ich noch einem Eselfohlen helfen, dass in einen Graben gefallen war und aus Dankbarkeit hat es meinen Weg eine Weile begleitet und mir sehr nette Gesellschaft geleistet und wir hatten viel Spaß und ich lernte interessante Sichtweisen auf die Welt kennen und heute bin ich nicht an dem Punkt angekommen, den ich zu Beginn meiner Reise erreichen wollte, aber ich bin an dem Ort angekommen, der mir einen Platz geboten hat, an dem eine Lücke war, in die ich mich gut einfügen konnte.
Ja, diese Menschen oder Menschen, die ähnlich verworrene Geschichten erzählen, bewundere ich.
Ich bin noch zu jung um zu wissen, ob mein Weg geradlinig wird, ob ich immer weiß, welche Abzweigung die richtige ist, aber ich würde mir wünschen, den einen oder anderen Umweg im Leben gehen zu dürfen, weil er das Leben bereichert, Erfahrungen bringt und Begegnungen schenkt. Vielleicht bewege ich mich auch gerade auf so einem Umweg und habe es nur noch nicht gemerkt, dann bin sehr dankbar dafür, denn ich habe jetzt schon viel gelernt und könnte daraus viele Erfahrungen ziehen und ich könnte all den Menschen, die mich fragen, warum ich denn so viel Zeit verschwendet habe, so viele Antworten geben, die die Skeptiker nicht befriedigen würden, die mir aber zeigen, dass es im Leben keine Fehler gibt, sondern das jeder (Ab)Bruch im Leben auch der Weg zum persönlichen Glück sein kann.
Sonntag, 14. November 2010
Ich - einfach unverbesserlich oder von Schreibblockaden und anderen Herzensangelegenheiten
Ich gehe durch die Welt und sehe Dinge, über die es sich lohnt zu schreiben. Es gibt Momente und Situationen, die mich faszinieren, begeistern oder zum Nachdenken anregen. Mein Kopf argumentiert all die Themen bis zum Ende durch, er findet schöne Formulierungen, aussagekräftige Sätze und wohlklingende Metaphern.
Und dann plötzlich sitze ich zu Hause vor meinem Rechner, habe eine weiße Seite auf dem Bildschirm geöffnet und all die schönen Worte sind verschwunden. Mein Kopf ist plötzlich leer. Er ist nicht wirklich leer, er findet nur nicht mehr die richtigen Worte, weil er seine Gedanken plötzlich belanglos findet, weil er überraschend an die Irrelevanz des Themas glaubt. Er hadert mit sich, weil er ein schlechtes Gewissen hat zu seinem persönlichen Vergnügen zu schreiben, obwohl so viele wichtigere Dinge getan werden müssten/sollten/könnten.
Das passiert in meinem Leben so häufig. Ich kann mich zu dem wesentlichen nicht aufraffen und weil ich das nicht kann, traue ich mich nicht, mich den Dingen zu widmen die mich motivieren könnten, weil ich Spaß daran habe. Der berühmt berüchtigte innere Schweinehund als mein ganz persönlicher Freund.
Aber meine Schreibblockade nährt sich auch aus anderen Quellen.
Es gibt etwas, das die Probleme der Welt oder gar Welt belanglos erscheinen lässt und genau dieses "etwas" ist auch eine Ursache für meine Schreibfaulheit.
Ich habe lange geglaubt, dieses "etwas" wäre nicht für mich bestimmt und ich hatte gelernt gut ohne es zu leben. Ich habe nie versucht etwas hinterher zu laufen und es hat mir das Leben erleichtert. Ich habe mich vielleicht sogar daran gewöhnt ohne es zu leben und mir hat nichts gefehlt (so soll das ja häufig mit vielerlei Dingen sein, man vermisst sie erst wenn man sie einmal besaß, oder so ähnlich, habe ich gehört) und mich angefangen zu wehren, als es mich heimsuchen wollte und nur so konnte ich dem "etwas" begegnen, weil es mich fand und ich es nicht finden musste, denn ich hätte nicht so richtig gewusst, wonach ich suchen sollte, vielleicht weil es nicht dazu bestimmt ist gefunden zu werden sondern zu finden.
Ich sehe immer wieder wie viele Menschen dem Leben hinterher rennen, statt sich einfach mal vom Leben einholen und überrollen zu lassen, vielleicht auch mal eine persönliche Krise auszuhalten ohne sich sehenden Auges in eine neue Krise zu stürzen.
Das Glück kommt wenn wir es am wenigsten erwarten und das Glück kommt nur wenn wir es nicht suchen und vor allem kann das Glück nur kommen, wenn wir diesen Platz in unserer scheinbaren Verzweiflung des Wartens nicht durch etwas anderes besetzt haben.
Und dann plötzlich sitze ich zu Hause vor meinem Rechner, habe eine weiße Seite auf dem Bildschirm geöffnet und all die schönen Worte sind verschwunden. Mein Kopf ist plötzlich leer. Er ist nicht wirklich leer, er findet nur nicht mehr die richtigen Worte, weil er seine Gedanken plötzlich belanglos findet, weil er überraschend an die Irrelevanz des Themas glaubt. Er hadert mit sich, weil er ein schlechtes Gewissen hat zu seinem persönlichen Vergnügen zu schreiben, obwohl so viele wichtigere Dinge getan werden müssten/sollten/könnten.
Das passiert in meinem Leben so häufig. Ich kann mich zu dem wesentlichen nicht aufraffen und weil ich das nicht kann, traue ich mich nicht, mich den Dingen zu widmen die mich motivieren könnten, weil ich Spaß daran habe. Der berühmt berüchtigte innere Schweinehund als mein ganz persönlicher Freund.
Aber meine Schreibblockade nährt sich auch aus anderen Quellen.
Es gibt etwas, das die Probleme der Welt oder gar Welt belanglos erscheinen lässt und genau dieses "etwas" ist auch eine Ursache für meine Schreibfaulheit.
Ich habe lange geglaubt, dieses "etwas" wäre nicht für mich bestimmt und ich hatte gelernt gut ohne es zu leben. Ich habe nie versucht etwas hinterher zu laufen und es hat mir das Leben erleichtert. Ich habe mich vielleicht sogar daran gewöhnt ohne es zu leben und mir hat nichts gefehlt (so soll das ja häufig mit vielerlei Dingen sein, man vermisst sie erst wenn man sie einmal besaß, oder so ähnlich, habe ich gehört) und mich angefangen zu wehren, als es mich heimsuchen wollte und nur so konnte ich dem "etwas" begegnen, weil es mich fand und ich es nicht finden musste, denn ich hätte nicht so richtig gewusst, wonach ich suchen sollte, vielleicht weil es nicht dazu bestimmt ist gefunden zu werden sondern zu finden.
Ich sehe immer wieder wie viele Menschen dem Leben hinterher rennen, statt sich einfach mal vom Leben einholen und überrollen zu lassen, vielleicht auch mal eine persönliche Krise auszuhalten ohne sich sehenden Auges in eine neue Krise zu stürzen.
Das Glück kommt wenn wir es am wenigsten erwarten und das Glück kommt nur wenn wir es nicht suchen und vor allem kann das Glück nur kommen, wenn wir diesen Platz in unserer scheinbaren Verzweiflung des Wartens nicht durch etwas anderes besetzt haben.
Abonnieren
Posts (Atom)