Anschauen, aussuchen, verknallen, ausziehen und dann ...
He, seid ihr wieder versaut!
Ich meine natürlich: Einziehen!
Man lernt am meisten über einen Menschen, wenn man ihm beim Umzug hilft. Man erkennt seine Sammelleidenschaften, seine Macken, seine Belastbarkeit und seine Vorstellung von Sauberkeit.
Aber man lernt auch viel über einen Menschen, wenn er mir beim Umzug hilft oder helfen sollte/wollte. Man lernt etwas über seine Zuverlässigkeit, über seinen Umgang mit Besitz von anderen, seine Arbeitsauffassung und über seine Ansichten zum Thema Gegenleistungen.
Man lernt aber auch viel über sich selbst, wenn man Anderen beim Umzug hilft oder wenn man selbst umzieht.
Man lernt in erster Linie, dass die Wochen des laufenden Umzugs ein extremer Einschnitt in die Lebensqualität sind und man fragt sich, warum man sich das antut, deswegen versucht man auch die neue Wohnung so schön wie möglich zu gestalten, damit man sie nie wieder verlassen möchte.
Wenn man anderen hilft, erkennt man manchmal, dass die Macken, über die man sich bei sich selbst ärgert, in anderen Wohnungen noch viel schlimmer ausgeprägt sind. Wenn ein Mensch der auf Sauberkeit nicht den allerhöchsten Wert legt, in anderer Leute Wohnung plötzlich anfängt sich zu ekeln, lernt, dass seine eigene Schlampigkeit noch in engen Grenzen liegt. Man erkennt aber auch, dass Dinge, die einen nicht stören, eigentlich viel besser gelöst werden können als man es selbst tut.
Man lernt etwas darüber, ob man für handfeste Arbeit mit klaren Ergebnissen geeignet ist und ob diese Art von Arbeit Spaß macht und fragt sich viel zum ersten Mal, warum zur Hölle man eine Geister- und Gespensterwissenschaft studiert.
Man lernt auch etwas über seine eigenen Prioritäten. Style oder Komfort. Größe oder Aussehen. Praktisch oder hübsch. Oben oder unten...
Aber man erkennt auch, dass selbst wenn man einmal quer durch die Stadt zieht, sich gewisse Dinge einfach nicht ändern. Erst leidet man darunter, was welche Bequemlichkeiten man aufgibt, doch wenn man sich in der neuen Gegend erst einmal auskennt, dann ist vieles gleich geblieben.
Ein nerviges Industriegebiet ist immer noch nur einen Katzensprung entfernt. Der Weg zur Uni ist nur unwesentlich länger geworden. Der Weg zum einkaufen hat sich auch minimal verlängert, dafür sind die Brötchen näher gekommen und die Nachbarn netter geworden. Die Freunde besuchen dich immer noch und beschweren sich, wie eh und je, dass du am A**** der Welt wohnst. Aber das allerwichtigste: Dein Lieblings- Junk-Food- "Restaurant" ist immer noch exakt 4 Busstationen von deiner Wohnung entfernt!
Alles ist anders, doch nichts hat sich verändert, so wie immer.
Jedes Mal, wenn wir eine Kreuzung im Leben passieren kommen wir meist schon nach wenigen Wochen zu diesem Schluss. Manchmal ärgert es uns, manchmal freut es uns und manchmal ist es nicht wichtig.
Nach ein paar Wochen vergessen wir sogar, was wir über uns und unsere Mitmenschen gelernt haben.
Da bleibt die scheinbar entscheidendste Frage:
Ziehst du noch um oder lebst du schon wieder?
alles was da draußen zu sein scheint und trotzdem bisher nie besprochen wurde
Montag, 30. November 2009
Freitag, 20. November 2009
Von Schweinegrippe und anderen Studentenprotesten
Eigentlich wollte ich hochphilosophische Töne anschlagen und mich aus den "aktuellen" Themen der letzten Wochen heraushalten, weil sie sich schon anhören wie Mensa-Essen aussieht -3 mal durchgekaut.
Aber Depression und Schweinegrippe sind nun mal ein dankbares Thema um seitenweise Text zu produzieren, der in den Boulevardmedien unter die Rubrik "Aufreger der Woche" fällt und mein Aufreger der Woche ist die Schweinegrippe.
Obwohl das eine Lüge ist, die Schweinegrippe regt mich gar nicht auf (zumindest solange sie mich in Ruhe lässt), sondern vielmehr der Umgang mit ihr.
Es ist sehr interessant, dass es anscheinend in Deutschland nicht zum Standart gehört sich regelmäßig die Hände zu waschen, denn wann immer man ein Interview sieht, wie sich das Verhalten der Leute seit Auftreten der Grippe geändert hat, ist immer einer dabei, der sagt: "Naja, ich wasch mir jetzt regelmaßig die Hände" -Herzlichen Glückwunsch, aber du wirst sowieso nie die Schweinegrippe kriegen, denn du hast ein super Immunsystem, bei den Keimen, die es bisher immer abzuwehren hatte.
Aber soviel zu den Vorsichtsmaßnahmen, denn ich möchte nicht über die Menschen mit extremer Panik sprechen, die als natürlichsten Schutz den Mundschutz wählen. Die sind ja auch in unserer Gesellschaft der (typisch deutschen) Skeptiker eher selten, denn wir sind skeptisch, ob das wirklich etwas bringt.
Wir sind skeptisch gegenüber der "neuen" Grippe, die etwas ganz besonderes zu sein scheint, der Erreger, eine Mutation des Erregers der Spanischen Grippe (1918). Mutation ist ein Wort, das bei uns Menschen Urängste weckt: Warum eigentlich? Zu viel X-Men geschaut und auch noch missverstanden? Wenn man der Evolutionsbiologie glauben kann, dann sind wir auch nur eine Mutation, die Weiterentwicklung allen Lebens wird auf Genmutation zurückgeführt, daraus lässt sich schließen, dass eine Mutation nicht von grundsätzlich schlecht sein muss, woher die Angst vor dem Wort kommt, weiß ich nicht.
Aber zurück zu den Skeptikern:
Wir sind aber nicht nur skeptisch gegenüber der Grippe im Allgemeinen, sondern wir sind skeptisch, ob sie nicht noch viel schlimmer sein könnte, als wir es uns vorstellen können, denn es ist ja etwas Neues und nie da Gewesenes, wir sind aber auch gleichzeitig skeptisch, ob sie wirklich so schlimm sein soll, wir merken doch gar nichts davon. Wir sind auch skeptisch gegenüber unserer Regierung und fragen uns die ganze Zeit, was sie von dieser Panik hat. Wir sind skeptisch gegenüber den Pharmafirmen, die die Antibiotika produzieren, ob sie die Grippe nicht vielleicht aus dem Labortresor gelassen haben (weil ja auch noch der Ex-US-Verteidigungsminister Aktien dieser Firma besitzt) und wir sind skeptisch gegenüber den Pharmaunternehmen, die den Impfstoff produzieren, weil wir sie für geldgierig und fahrlässig halten, weil sie ungetesteten Impfstoff verkaufen.
Wir sind aber gegenüber der Impfung genauso skeptisch wie gegenüber der Grippe, was uns in ein persönliches Dilemma stürzt. Risikogruppen, wie Schwangere und Herzkranke brauchen einen Impfstoff ohne Wirkverstärker, den kauft die Regierung aber nicht, weil es sich um eine Pandemie handelt, wenn aber die, die angeblich die Impfung brauchen, sich nicht impfen lassen können, warum sollte sich dann der normale Mensch impfen lassen, wenn er sie doch gar nicht braucht?
Aber vielleicht sollten wir auch weder der Grippe noch der Impfung vertrauen, denn bisher kommen Mediziner zu dem Konsens: Nur Menschen mit Vorbelastungen sterben an der Impfung und höchstwahrscheinlich sterben auch nur Menschen mit Vorbelastungen an der Schweinegrippe.
Dummerweise sagt ein Arzt, der den 1. Teil sagt, nicht den 2. Teil und andersherum, deswegen sind wir Skeptiker verunsichert, weil uns Verunsicherung liegt.
Diese Annahme lässt aber nur einen Schluss zu: Wir sollten skeptisch sein, ob wir nicht eine Vorbelastung haben und wenn wir nicht zu dem absolut sicheren Schluss kommen, dass dem nicht so ist, sollten wir das Haus nicht mehr verlassen, denn sonst werden wir definitiv draufgehen, entweder an der Grippe oder an der Impfung, jeder wie er es mag.
Deswegen bin ich auch dafür bei den aktuellen Studentenprotesten die Forderung aufzunehmen, die Uni zu schließen, bis die Pandemie vorüber ist um diesem riesigen Infektionsherd einhalt zu gebieten. Dann würde sich auch sicher endlich eine Mehrheit der Studenten zu den Protesten bekennen und sich nicht für die anarchistischen und kommunistischen Umsturzversuche einiger Kommilitonen schämen, weil sie doch eigentlich nur für die Abschaffung der Studiengebühren und/oder eine bessere Betreuung für die Studenten sind (so wie hier zu lesen (sehr gelungen, finde ich übrigens, auch wenn es andere Kommentare gibt): http://vayosphere.wordpress.com/2009/11/15/uni-brennt/).
Also wir boykottieren die Schweinegrippe und gehen deswegen nicht zur Uni ...
Aber Depression und Schweinegrippe sind nun mal ein dankbares Thema um seitenweise Text zu produzieren, der in den Boulevardmedien unter die Rubrik "Aufreger der Woche" fällt und mein Aufreger der Woche ist die Schweinegrippe.
Obwohl das eine Lüge ist, die Schweinegrippe regt mich gar nicht auf (zumindest solange sie mich in Ruhe lässt), sondern vielmehr der Umgang mit ihr.
Es ist sehr interessant, dass es anscheinend in Deutschland nicht zum Standart gehört sich regelmäßig die Hände zu waschen, denn wann immer man ein Interview sieht, wie sich das Verhalten der Leute seit Auftreten der Grippe geändert hat, ist immer einer dabei, der sagt: "Naja, ich wasch mir jetzt regelmaßig die Hände" -Herzlichen Glückwunsch, aber du wirst sowieso nie die Schweinegrippe kriegen, denn du hast ein super Immunsystem, bei den Keimen, die es bisher immer abzuwehren hatte.
Aber soviel zu den Vorsichtsmaßnahmen, denn ich möchte nicht über die Menschen mit extremer Panik sprechen, die als natürlichsten Schutz den Mundschutz wählen. Die sind ja auch in unserer Gesellschaft der (typisch deutschen) Skeptiker eher selten, denn wir sind skeptisch, ob das wirklich etwas bringt.
Wir sind skeptisch gegenüber der "neuen" Grippe, die etwas ganz besonderes zu sein scheint, der Erreger, eine Mutation des Erregers der Spanischen Grippe (1918). Mutation ist ein Wort, das bei uns Menschen Urängste weckt: Warum eigentlich? Zu viel X-Men geschaut und auch noch missverstanden? Wenn man der Evolutionsbiologie glauben kann, dann sind wir auch nur eine Mutation, die Weiterentwicklung allen Lebens wird auf Genmutation zurückgeführt, daraus lässt sich schließen, dass eine Mutation nicht von grundsätzlich schlecht sein muss, woher die Angst vor dem Wort kommt, weiß ich nicht.
Aber zurück zu den Skeptikern:
Wir sind aber nicht nur skeptisch gegenüber der Grippe im Allgemeinen, sondern wir sind skeptisch, ob sie nicht noch viel schlimmer sein könnte, als wir es uns vorstellen können, denn es ist ja etwas Neues und nie da Gewesenes, wir sind aber auch gleichzeitig skeptisch, ob sie wirklich so schlimm sein soll, wir merken doch gar nichts davon. Wir sind auch skeptisch gegenüber unserer Regierung und fragen uns die ganze Zeit, was sie von dieser Panik hat. Wir sind skeptisch gegenüber den Pharmafirmen, die die Antibiotika produzieren, ob sie die Grippe nicht vielleicht aus dem Labortresor gelassen haben (weil ja auch noch der Ex-US-Verteidigungsminister Aktien dieser Firma besitzt) und wir sind skeptisch gegenüber den Pharmaunternehmen, die den Impfstoff produzieren, weil wir sie für geldgierig und fahrlässig halten, weil sie ungetesteten Impfstoff verkaufen.
Wir sind aber gegenüber der Impfung genauso skeptisch wie gegenüber der Grippe, was uns in ein persönliches Dilemma stürzt. Risikogruppen, wie Schwangere und Herzkranke brauchen einen Impfstoff ohne Wirkverstärker, den kauft die Regierung aber nicht, weil es sich um eine Pandemie handelt, wenn aber die, die angeblich die Impfung brauchen, sich nicht impfen lassen können, warum sollte sich dann der normale Mensch impfen lassen, wenn er sie doch gar nicht braucht?
Aber vielleicht sollten wir auch weder der Grippe noch der Impfung vertrauen, denn bisher kommen Mediziner zu dem Konsens: Nur Menschen mit Vorbelastungen sterben an der Impfung und höchstwahrscheinlich sterben auch nur Menschen mit Vorbelastungen an der Schweinegrippe.
Dummerweise sagt ein Arzt, der den 1. Teil sagt, nicht den 2. Teil und andersherum, deswegen sind wir Skeptiker verunsichert, weil uns Verunsicherung liegt.
Diese Annahme lässt aber nur einen Schluss zu: Wir sollten skeptisch sein, ob wir nicht eine Vorbelastung haben und wenn wir nicht zu dem absolut sicheren Schluss kommen, dass dem nicht so ist, sollten wir das Haus nicht mehr verlassen, denn sonst werden wir definitiv draufgehen, entweder an der Grippe oder an der Impfung, jeder wie er es mag.
Deswegen bin ich auch dafür bei den aktuellen Studentenprotesten die Forderung aufzunehmen, die Uni zu schließen, bis die Pandemie vorüber ist um diesem riesigen Infektionsherd einhalt zu gebieten. Dann würde sich auch sicher endlich eine Mehrheit der Studenten zu den Protesten bekennen und sich nicht für die anarchistischen und kommunistischen Umsturzversuche einiger Kommilitonen schämen, weil sie doch eigentlich nur für die Abschaffung der Studiengebühren und/oder eine bessere Betreuung für die Studenten sind (so wie hier zu lesen (sehr gelungen, finde ich übrigens, auch wenn es andere Kommentare gibt): http://vayosphere.wordpress.com/2009/11/15/uni-brennt/).
Also wir boykottieren die Schweinegrippe und gehen deswegen nicht zur Uni ...
Samstag, 7. November 2009
Vom Einkaufen und anderem Gebell
Willkommen in der Sendung: "Wie Luxus ihr Sozialverhalten beeinflusst. Heute am Beispiel des Kaufverhaltens."
Generell kann man sagen, dass Wohlstand sich negativ auf Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Toleranz und Gemeinschaftssinn auswirken. Aber das ist ja hinlänglich bekannt und muss hier also nicht näher ausgeführt werden.
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Supermarkt für Besserverdiener (weil sie sich verlaufen haben oder etwas kaufen wollen, was einen Fixpreis hat oder oder oder). Sie gehen mit einem Artikel an die Kasse, geöffnet die äußerst rechte und linke Kasse mit 2 ellenlangen Schlagen. Eine 3. Kasse wird geöffnet sowohl von links als auch von rechts treten Menschen an die mittlere Kasse, auch Sie, hinter ihnen kommt jemand von der anderen Kasse. Es passiert erst einmal nichts. Der Mann vor Ihnen wird abkassiert. Da spricht Sie plötzlich der Mann hinter Ihnen an, ob Sie denn nicht zusammengehören. Sie verneinen höflich, aber irritiert. Dann beginnt das Gezeter: "Finden Sie Ihr Verhalten denn nicht äußerst dreist? Was denken Sie sich denn dann, sich hier so hereinzudrängeln. Das ist ja eine Unverschämtheit. Was bilden Sie sich denn ein?!" "Oh ich wusste nicht das im Supermarkt die Rechts- vor- Links- Regel gilt. Ich habe nicht gedrängelt ich bin nur zufällig aus einer anderen Richtung gekommen." Ihr Gefühlszustand ist irgendwo zwischen genervt und belustigt. Die "freundliche" Kassiererin im Allgemeinen (deren Verfehlungen hier schon früher zur Sprache kamen) ist verunsichert und möchte, den Stammkunden ja auch nicht für jemanden verkraulen, die so aussieht als würde sie sowieso nie wieder einen Fuß ins Geschäft setzen. Sie fragt sicherheitshalber, wer denn nun dran sei. Der Schnösel: "Die junge Dame scheint es ja eilig zu haben."
Wenn mal wieder viel zu viele Leute vor mir an der Kasse stehen mach ich das demnächst auch so: Ich nicke erst dem Mann vor mir freundlich zu und wenn er dann fast dran ist, fange ich ein furchtbares Geschrei an, was er sich denn einbilde sich so dreist vorzudrängeln. Ich denke mit dieser Methode komme ich exakt 3 Minuten später aus dem Geschäft, als wenn alles seinen natürlichen Gang geht, denn durch die Prügelei am Kassenband verzögert sich nur die Arbeit der Kassiererin.
Nach dieser Geschichte noch ein harmloses Beispiel:
Jemanden an der Kasse vorlassen, hat für ja nur dann keinen persönlichen Nachteil, wenn man mit Wagenausladen länger braucht, als der Vorgelassene um abkassiert zu werden. Doch meist wird auch der Nachteil in Kauf genommen ein wenig länger zu brauchen, man ist ja eh mit dem Großeinkauf beschäftigt und der dauert meistens sowieso eine gefühlte Ewigkeit. Aber je günstiger der Discounter, desto eher ist diese selbstlose Verhalten zu beobachten, wobei es die Vorgelassenen noch nicht einmal eilig haben müssen. Aber in einem teuren Supermarkt habe ich dieses Verhalten noch nie beobachtet, auch wenn ich keine repräsentative Stichprobe habe, da ich mich dort eher selten aufhalte, möchte ich behaupten, dass dieses Verhalten dort seltener vorkommt. Möglicherweise, weil sich jeder dort selbst für die wichtigste Person der Welt hält, beziehungsweise: Was interessiert es den Mond, wenn ein Hund ihn anbellt.
Generell kann man sagen, dass Wohlstand sich negativ auf Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Toleranz und Gemeinschaftssinn auswirken. Aber das ist ja hinlänglich bekannt und muss hier also nicht näher ausgeführt werden.
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Supermarkt für Besserverdiener (weil sie sich verlaufen haben oder etwas kaufen wollen, was einen Fixpreis hat oder oder oder). Sie gehen mit einem Artikel an die Kasse, geöffnet die äußerst rechte und linke Kasse mit 2 ellenlangen Schlagen. Eine 3. Kasse wird geöffnet sowohl von links als auch von rechts treten Menschen an die mittlere Kasse, auch Sie, hinter ihnen kommt jemand von der anderen Kasse. Es passiert erst einmal nichts. Der Mann vor Ihnen wird abkassiert. Da spricht Sie plötzlich der Mann hinter Ihnen an, ob Sie denn nicht zusammengehören. Sie verneinen höflich, aber irritiert. Dann beginnt das Gezeter: "Finden Sie Ihr Verhalten denn nicht äußerst dreist? Was denken Sie sich denn dann, sich hier so hereinzudrängeln. Das ist ja eine Unverschämtheit. Was bilden Sie sich denn ein?!" "Oh ich wusste nicht das im Supermarkt die Rechts- vor- Links- Regel gilt. Ich habe nicht gedrängelt ich bin nur zufällig aus einer anderen Richtung gekommen." Ihr Gefühlszustand ist irgendwo zwischen genervt und belustigt. Die "freundliche" Kassiererin im Allgemeinen (deren Verfehlungen hier schon früher zur Sprache kamen) ist verunsichert und möchte, den Stammkunden ja auch nicht für jemanden verkraulen, die so aussieht als würde sie sowieso nie wieder einen Fuß ins Geschäft setzen. Sie fragt sicherheitshalber, wer denn nun dran sei. Der Schnösel: "Die junge Dame scheint es ja eilig zu haben."
Wenn mal wieder viel zu viele Leute vor mir an der Kasse stehen mach ich das demnächst auch so: Ich nicke erst dem Mann vor mir freundlich zu und wenn er dann fast dran ist, fange ich ein furchtbares Geschrei an, was er sich denn einbilde sich so dreist vorzudrängeln. Ich denke mit dieser Methode komme ich exakt 3 Minuten später aus dem Geschäft, als wenn alles seinen natürlichen Gang geht, denn durch die Prügelei am Kassenband verzögert sich nur die Arbeit der Kassiererin.
Nach dieser Geschichte noch ein harmloses Beispiel:
Jemanden an der Kasse vorlassen, hat für ja nur dann keinen persönlichen Nachteil, wenn man mit Wagenausladen länger braucht, als der Vorgelassene um abkassiert zu werden. Doch meist wird auch der Nachteil in Kauf genommen ein wenig länger zu brauchen, man ist ja eh mit dem Großeinkauf beschäftigt und der dauert meistens sowieso eine gefühlte Ewigkeit. Aber je günstiger der Discounter, desto eher ist diese selbstlose Verhalten zu beobachten, wobei es die Vorgelassenen noch nicht einmal eilig haben müssen. Aber in einem teuren Supermarkt habe ich dieses Verhalten noch nie beobachtet, auch wenn ich keine repräsentative Stichprobe habe, da ich mich dort eher selten aufhalte, möchte ich behaupten, dass dieses Verhalten dort seltener vorkommt. Möglicherweise, weil sich jeder dort selbst für die wichtigste Person der Welt hält, beziehungsweise: Was interessiert es den Mond, wenn ein Hund ihn anbellt.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Von Beziehungen und anderen Gemütszuständen
Beziehungen verändern einen.
Ach neechan, das weiß doch jedes Kind.
Aber wisst ihr auch, dass sie einen drei Mal verändern?
Zuerst machen sie aus einem einen besseren Menschen.
Man wird ruhiger, liebevoller. Man hat das Gefühl, zugehörig und komplettiert zu sein. Es gibt noch vieles kennenzulernen am Partner, die Beziehung ist harmonisch und auf eine gemeinsame Zukunft ausgerichtet. Nach außen wirkt man ausgeglichen, lebendig.
Zweitens machen sie aus einem einen schlechteren Menschen.
Nach einiger Zeit (variiert beziehungsabhängig) wird die Beziehung rissig, heftige Streitpunkte treten auf. Die Kommunikation in der Beziehung ist hauptsächlich entweder oberflächlich, streitend oder kaum vorhanden. Kurz, die Beziehungsqualität ist gering.
Nach außen wirkt man lebendig, ist für seine Freunde da, will ein aktives Eigenleben führen. Dies ist die Phase, in der Selbstverwirklichung oberste Priorität hat. Seitensprünge und andere Grenzübertretungen werden akzeptabel.
In dieser Phase sind Trennungen am wahrscheinlichsten.
Drittens macht sie aus einem einen alten Menschen.
Nach der langen, schwierigen Phase zwei, ist hier die Settlement-Phase. Man wird wieder ausgeglichener, hat den Partner akzeptiert, genauso wie mab sich selber ein wenig mehr akzeptiert hat. Nach außen hin wird man ein wenig ruhiger, aber auch selbstsicherer.
Die Beziehungsqualität ist stabil, die Freundschaften ebenfalls. In dieser Phase fällt es einem schwer, Veränderungen durchzuführen. Oft können fließende Übergänge zwischen Phasen zwei und drei bestehen; hierbei fallen den Betroffenen jedoch nur entweder jeweils die positiven oder nur die negativen Bestandteile auf.
Kinder werden oft in Phase zwei planmäßig eingebaut. Da diese Phase von positiven und negativen subjektiven Beziehungsepisoden durchzogen ist, kann das den Betroffenen als angemessene Idee erscheinen. Zudem deckt Phase zwei meist das gesamte fruchtbare Stadium einer Beziehung ab. Kinder sind ein guter Prädiktor für das Halten einer Beziehung über Phase zwei hinaus, können aber auch zu ungeahnten Phasenabweichungen führen.
neechan, bist du Pessimistin?
Nein, aber Akademiker. Und wer es mir nicht glaubt, was ich dort oben - ohne wissenschaftliche Ambitionen oder Nachforschungen, sei angemerkt - zusammengesponnen habe, mag Recht habe, möge aber zu Verifizierung oder Falsifizierung eine vierzigjährige Beziehung beginnen und mir erst nach Abschluss und Reflexion dieser Periode noch einmal versuchen zu sagen, ich läge falsch.
Ach neechan, das weiß doch jedes Kind.
Aber wisst ihr auch, dass sie einen drei Mal verändern?
Zuerst machen sie aus einem einen besseren Menschen.
Man wird ruhiger, liebevoller. Man hat das Gefühl, zugehörig und komplettiert zu sein. Es gibt noch vieles kennenzulernen am Partner, die Beziehung ist harmonisch und auf eine gemeinsame Zukunft ausgerichtet. Nach außen wirkt man ausgeglichen, lebendig.
Zweitens machen sie aus einem einen schlechteren Menschen.
Nach einiger Zeit (variiert beziehungsabhängig) wird die Beziehung rissig, heftige Streitpunkte treten auf. Die Kommunikation in der Beziehung ist hauptsächlich entweder oberflächlich, streitend oder kaum vorhanden. Kurz, die Beziehungsqualität ist gering.
Nach außen wirkt man lebendig, ist für seine Freunde da, will ein aktives Eigenleben führen. Dies ist die Phase, in der Selbstverwirklichung oberste Priorität hat. Seitensprünge und andere Grenzübertretungen werden akzeptabel.
In dieser Phase sind Trennungen am wahrscheinlichsten.
Drittens macht sie aus einem einen alten Menschen.
Nach der langen, schwierigen Phase zwei, ist hier die Settlement-Phase. Man wird wieder ausgeglichener, hat den Partner akzeptiert, genauso wie mab sich selber ein wenig mehr akzeptiert hat. Nach außen hin wird man ein wenig ruhiger, aber auch selbstsicherer.
Die Beziehungsqualität ist stabil, die Freundschaften ebenfalls. In dieser Phase fällt es einem schwer, Veränderungen durchzuführen. Oft können fließende Übergänge zwischen Phasen zwei und drei bestehen; hierbei fallen den Betroffenen jedoch nur entweder jeweils die positiven oder nur die negativen Bestandteile auf.
Kinder werden oft in Phase zwei planmäßig eingebaut. Da diese Phase von positiven und negativen subjektiven Beziehungsepisoden durchzogen ist, kann das den Betroffenen als angemessene Idee erscheinen. Zudem deckt Phase zwei meist das gesamte fruchtbare Stadium einer Beziehung ab. Kinder sind ein guter Prädiktor für das Halten einer Beziehung über Phase zwei hinaus, können aber auch zu ungeahnten Phasenabweichungen führen.
neechan, bist du Pessimistin?
Nein, aber Akademiker. Und wer es mir nicht glaubt, was ich dort oben - ohne wissenschaftliche Ambitionen oder Nachforschungen, sei angemerkt - zusammengesponnen habe, mag Recht habe, möge aber zu Verifizierung oder Falsifizierung eine vierzigjährige Beziehung beginnen und mir erst nach Abschluss und Reflexion dieser Periode noch einmal versuchen zu sagen, ich läge falsch.
Mittwoch, 30. September 2009
Von Glücksmomenten und anderen Doppelbetten
"Tausche Lebensmüdigkeit gegen Doppelbett" - auf diese oder ähnliche Überschriften könnte man viele imaginäre Kleinanzeigen von verzweifelten Singles bringen. Sie berichten von ihrem unglücklichen Single-Dasein und dass sie sich nach einem Partner sehnen, aber was sie nicht sagen ist, dass sie nicht einfach ein Doppelbett suchen. Sie suchen nach einem Designermöbelstück, mit extra starkem Lattenrost, speziell an sie angepassten Matratzen politisch korrekter superwärmender Daunendecke, einem integrierten Schmusetier, das automatisch sowohl Nähebedürfnis als auch Autonomiebedürfnis erkennt, einen ethisch vertretbaren Schonbezug in den bevorzugten Farben und natürlich dem gewissen finanziellen Ruhekissen.
Wer soll das bieten? Vor allem wer hat das verdient? Wo sind in der heutigen Partnersuche eigentlich die inneren Werte, der Matratzenkern, hin?
Heute wiegt Geld, Attraktivität und Erfolg höher als Treue, Vertrauen und Respekt. Oberflächlichkeit ist aber nur solange angesagt bis ein Objekt, das diese Grundlagen erfüllt, gefunden ist, dann wiederum wiegen innere Werte wieder schwer und meist kann man nicht beides haben, dann klagt der Single- Überschuss wie schwer es doch ist noch jemanden zu finden, der einem ein wenig Respekt zeigt und obwohl sie solch hohe Ansprüche haben, sind sie nicht bereit, dafür ihre Freiheit aufzugeben oder gar Kompromisse zu machen, sie erwarten das nur von ihren potentiellen Partnern.
Tja, dann sollte man mal über seine Prioritäten nachdenken. Alle Menschen, die in einer Beziehung leben, haben es schließlich auch geschafft, was passendes für sich zu finden.
Als schlimmere Singles hingegen gelten jene, die gar keine Ansprüche an einen potentiellen Partner stellen, weil sie keinen Partner haben wollen. Diese militanten Singles stoßen in ihrem Umfeld auf heftige Kritik, weil sie scheinbar eine ungeahnte Anziehung auf das andere Geschlecht ausüben (oder auf das gleiche Geschlecht, je nach Präferenz) und damit eine schreckliche Konkurrenz sind für all die ach so unglücklichen Singles, die aus der Ferne betrachtet auch gern schmachtende Wesen an ihren Hacken hätten.
Anderseits stoßen sie auch bei den ganzen glücklichen Pärchen auf Unverständnis, die jedem erzählen, dass sie sich ein Leben allein nicht mehr vorstellen können - müssen sie ja auch nicht.
Dauerhaft immer glückliche Singles gibt es wahrscheinlich auch nicht, aber diesen Anspruch erheben die wenigstens Beziehungsverweigerer.
Manche geben gern zu, sich nach Umarmungen zu sehnen, andere geben sogar zu, sich gelegentlich einen Happen für's Bett zu holen, d.h. sie haben unglückliche Momente, aber eine Beziehung würde sie vielleicht nicht zwangsläufig glücklicher machen oder aber sie haben ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl gegenüber den Menschen, die sie mit einer Beziehung unglücklich machen würden. Sie tauschen vielleicht ihr persönliches Dauerglück für das Glück Vieler und erhalten im Gegenzug viele kleine Glücksmomente.
"Glück ist das Wissen darum, dass du nicht notwendigerweise Glück brauchst." (William Saroyan)
Wer soll das bieten? Vor allem wer hat das verdient? Wo sind in der heutigen Partnersuche eigentlich die inneren Werte, der Matratzenkern, hin?
Heute wiegt Geld, Attraktivität und Erfolg höher als Treue, Vertrauen und Respekt. Oberflächlichkeit ist aber nur solange angesagt bis ein Objekt, das diese Grundlagen erfüllt, gefunden ist, dann wiederum wiegen innere Werte wieder schwer und meist kann man nicht beides haben, dann klagt der Single- Überschuss wie schwer es doch ist noch jemanden zu finden, der einem ein wenig Respekt zeigt und obwohl sie solch hohe Ansprüche haben, sind sie nicht bereit, dafür ihre Freiheit aufzugeben oder gar Kompromisse zu machen, sie erwarten das nur von ihren potentiellen Partnern.
Tja, dann sollte man mal über seine Prioritäten nachdenken. Alle Menschen, die in einer Beziehung leben, haben es schließlich auch geschafft, was passendes für sich zu finden.
Als schlimmere Singles hingegen gelten jene, die gar keine Ansprüche an einen potentiellen Partner stellen, weil sie keinen Partner haben wollen. Diese militanten Singles stoßen in ihrem Umfeld auf heftige Kritik, weil sie scheinbar eine ungeahnte Anziehung auf das andere Geschlecht ausüben (oder auf das gleiche Geschlecht, je nach Präferenz) und damit eine schreckliche Konkurrenz sind für all die ach so unglücklichen Singles, die aus der Ferne betrachtet auch gern schmachtende Wesen an ihren Hacken hätten.
Anderseits stoßen sie auch bei den ganzen glücklichen Pärchen auf Unverständnis, die jedem erzählen, dass sie sich ein Leben allein nicht mehr vorstellen können - müssen sie ja auch nicht.
Dauerhaft immer glückliche Singles gibt es wahrscheinlich auch nicht, aber diesen Anspruch erheben die wenigstens Beziehungsverweigerer.
Manche geben gern zu, sich nach Umarmungen zu sehnen, andere geben sogar zu, sich gelegentlich einen Happen für's Bett zu holen, d.h. sie haben unglückliche Momente, aber eine Beziehung würde sie vielleicht nicht zwangsläufig glücklicher machen oder aber sie haben ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl gegenüber den Menschen, die sie mit einer Beziehung unglücklich machen würden. Sie tauschen vielleicht ihr persönliches Dauerglück für das Glück Vieler und erhalten im Gegenzug viele kleine Glücksmomente.
"Glück ist das Wissen darum, dass du nicht notwendigerweise Glück brauchst." (William Saroyan)
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